Die Legitimität des Marktregimes: Leistungs- und by Wolfgang Menz

By Wolfgang Menz

Die einstmals viel diskutierte "Krise der Leistungsgesellschaft" ist ausgeblieben. "Leistung" ist mehr denn je zentrale Rechtfertigungsnorm für soziale Ungleichheit und wichtigstes Bewertungsprinzip für Arbeitshandeln. Dahinter steht aktuell ein grundsätzlicher Wandel in der Definition von Leistung. Im betrieblichen Marktregime zählt immer weniger (allein) der menschliche Aufwand, sondern das, used to be externen Verwertungskriterien genügt. Aber ist dieser strukturelle Formwandel des Leistungsprinzips überhaupt subjektiv gedeckt, kann das Marktregime Legitimität für sich beanspruchen?
In Auseinandersetzung mit der industrie- und arbeitssoziologischen Diskussion sowie mit drei theoretischen Traditionen im Anschluss an Weber, Marx und Foucault wird zunächst der begriffliche Rahmen der examine umrissen. Anschließend steht empirisch die Subjektperspektive im Mittelpunkt. Wie wird der Umbruch in den Bewertungs- und Vergütungsprinzipien normativ bewertet? Entsteht ein neues "Leistungssubjekt", ausgestattet mit "marktgerechten" und "erfolgsbezogenen" Handlungsorientierungen? Erodiert Leistungsgerechtigkeit als soziale Basisnorm oder wird Gerechtigkeit vielmehr zu einem Prinzip der Kritik an neuen Leistungszumutungen? Gelingt es den neuen Leistungsordnungen, Zustimmung und Gefolgschaft zu mobilisieren oder kommt es zu einer Legitimationskrise von Leistungspolitik?

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Während die objektiven Bedingungen für den ersten Typus immer mehr verschwänden, weite sich die dritte Gruppe mit ihren typischen Lohnabhängigenorientierungen im Verlauf der Rationalisierungsprozesse von Angestelltenarbeit aus. Impliziert ist also die These von einer Art Proletarisierung der Angestellten, einer Angleichung „von oben“. Es entsteht das Bild einer freilich intern differenzierten, sich insgesamt aber vereinheitlichenden Arbeitnehmerschaft. Die Perspektive der genannten Studien bleibt – ähnlich wie bei den Arbeiterstudien – auf die Frage der Hierarchisierung und Differenzierung innerhalb der Belegschaften und auf die Wahrnehmung sozialer Unterschiede orientiert.

Zumindest in einer starken Form behauptet die Instrumentalismusthese eine Gleichgültigkeit von Beschäftigten gegenüber ihrer eigenen Arbeitskraftverausgabung (jedenfalls solange die entsprechenden Gratifikationen „stimmen“). Dies impliziert, dass die Beschäftigten als gleichsam moralisch unengagiert konzeptualisiert werden; gegenüber Betrieb, Kollegen (und ebenso: gegenüber sich selbst) formulieren sie keine normativen Ansprüche, sondern agieren allein monetär-zweckgerichtet. Bereits Knapp hat darauf hingewiesen, dass ein solches Konzept von Subjektivität, wie es der Instrumentalismusthese unausgesprochen zugrunde liegt, schon psychologisch unrealistisch ist (Knapp 1981).

Ihre Existenz erklärt sich aus der Aneignung und Aufschichtung vergangener Kein Bewusstsein von Leistung? – Die Diskussion der 1970er Jahre 39 Erfahrungen, nicht aus einem spezifischen aktuellen sozialen Sinn. Damit bildet das Relevanzmusterkonzept den theoretischen Gegenpol zu den „Ad-hoc-Legitimationen“ in der Frankfurter Studie, die aus einem situationsspezifischen Einsatz zur Begründung von Ansprüchen erklärt werden. Gleichwohl bleibt als zentraler Ertrag der Berliner Studie bestehen, dass sie die Frage einer spezifischen Organisations- und Strukturierungsform von subjektiven Bedeutungen überhaupt aufgeworfen hat.

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